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Microsoft Fabric Quarterly #1/2026

Wer Microsoft Fabric und Power BI nicht nur beobachtet, sondern produktiv einsetzt, spürt seit einigen Monaten eine klare Verschiebung. Die Neuigkeiten zu Microsoft Fabric sind weniger von Show-Features geprägt, sondern von einer Reihe struktureller Entscheidungen, die sich im Alltag bemerkbar machen: mehr Governance, mehr ProDev-Tauglichkeit, mehr Integration – und KI dort, wo sie tatsächlich Nutzen stiftet.


Das erste Quarterly 2026 steht damit exemplarisch für einen Reifeprozess. Fabric wächst nicht mehr nur in der Tiefe einzelner Workloads, sondern in der Breite als Plattform. Power BI emanzipiert sich vom reinen Desktop-Tool, Security und Administration werden greifbarer, und Integrationspfade wie Mirroring entwickeln sich vom „spannenden Preview“ zum ernsthaften Architekturbaustein..


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Power BI 2026: weniger Klick-Tool, mehr Engineering

Power BI wird nicht neu erfunden, aber es wird konsequent weiterentwickelt. Der Fokus liegt klar darauf, Entwicklung, Betrieb und Zusammenarbeit besser miteinander zu verzahnen – insbesondere für Teams, die nicht mehr nur aus Einzelentwicklern bestehen.


Ein zentrales Element ist das PBIR-Format. Reports werden damit strukturierter, textbasiert und versionsfreundlich abgelegt. Ab Anfang 2026 wird PBIR im Service schrittweise zum Standard, Power BI Desktop zieht nach. Damit ist endgültig klar: Power BI bewegt sich Richtung Code-First-Denken, ohne den klassischen Self-Service-Ansatz zu verlieren.


Ergänzend dazu wird die Web-Entwicklung immer vollständiger. Themes, Performance Analyzer und weitere Funktionen sind inzwischen auch im Browser verfügbar. Power BI Desktop bleibt relevant, ist aber nicht mehr zwingend notwendig, um produktiv zu arbeiten. Das reduziert Abhängigkeiten von Betriebssystemen und vereinfacht kollaborative Szenarien erheblich.


Wer sauber entwickeln will, bekommt endlich die passenden Werkzeuge. Wer weiterhin klickt, kann das auch – aber die Plattform zwingt niemanden mehr in einen Stil.


Q&A, Visuals und kleine Änderungen mit großer Wirkung

Ein scheinbar kleines, in der Praxis aber relevantes Signal ist die Abkündigung des klassischen Q&A-Features. Was lange als Demo-Highlight galt, hat im Alltag oft mehr gestört als geholfen. Die Richtung ist eindeutig: Natural Language Interaktion wird künftig über Copilot- und Agent-Ansätze gelöst, nicht mehr über isolierte Spezialfeatures.


Parallel dazu werden bestehende Visuals sinnvoll erweitert. Der Buttonslicer ist inzwischen offiziell etabliert und für viele Reports ein zentrales UI-Element. Gleichzeitig bleibt der Wunsch nach echten Eingabefeldern bestehen – insbesondere im Kontext translytischer Szenarien. Der aktuelle Textfilter ist funktional, aber kein vollwertiger Ersatz für echte User-Inputs.


Diese Details mögen unspektakulär wirken, sind aber genau die Art von Änderungen, die zeigen, dass Power BI stärker aus Projektsicht weiterentwickelt wird. Am Ende entscheidet nicht das Feature-Feuerwerk, sondern ob sich Reports stabil, wartbar und nutzerfreundlich bauen lassen.


Governance und Kapazität: Kontrolle ohne Innovationsbremse

Mit wachsender Verbreitung von Fabric rückt ein Thema zwangsläufig in den Vordergrund: Plattformstabilität. Das aktuelle Microsoft Fabric Update adressiert diese Herausforderung nicht durch Verbote, sondern durch steuerbare Leitplanken.


Ein Beispiel ist die Workspace-basierte Kapazitätsprotektion. Workspaces können pausiert werden, wenn sie einen definierten Anteil der Gesamtkapazität überschreiten, während geschäftskritische Bereiche ausgenommen bleiben. Das ist kein perfektes Instrument, aber ein pragmatisches – und vor allem zentral administrierbar.


Ergänzt wird das durch Fortschritte im Bereich OneLake Security. Row-Level- und Column-Level-Security lassen sich konsistent umsetzen, auch für gespiegelte Datenquellen. Security wird damit weniger fragmentiert und rückt näher an die Datenbasis heran, statt pro Tool oder Workload neu gedacht zu werden.


Governance in Fabric ist kein Selbstzweck. Sie wird so gestaltet, dass Innovation möglich bleibt, ohne den Betrieb zu gefährden. Genau diese Balance ist für größere Organisationen entscheidend.


Microsoft Fabric: Mirroring - Integration statt Migration

Einer der stärksten Hebel in Fabric bleibt Mirroring. Statt Daten sofort zu kopieren, umzubauen oder neu zu modellieren, lassen sich bestehende Systeme schrittweise in OneLake einbinden. Das gilt für Azure-basierte Quellen ebenso wie für Snowflake, Databricks oder SAP.


Besonders relevant ist, dass Mirroring inzwischen mit Security-Konzepten zusammenspielt und für weitere Systeme verfügbar wird. Daten stehen analytisch nutzbar bereit, ohne dass jede Abfrage teuren Compute auf der Quellplattform auslöst. Für viele Unternehmen ist das nicht nur ein technischer, sondern ein wirtschaftlicher Vorteil.


Wichtig ist dabei der Perspektivwechsel: Mirroring ist kein Ersatz für saubere Datenarchitektur, sondern ein Integrationspfad. Es ermöglicht schnelle Use Cases, reduziert Time-to-Value und schafft Spielraum, ohne bestehende Landschaften sofort abzulösen.


Wer Fabric sinnvoll einführen will, kommt an Mirroring kaum noch vorbei. Nicht als Allheilmittel, sondern als pragmatische Brücke zwischen alter und neuer Welt.


Azure Data Factory: mehr Standard, weniger Workarounds

Auch in der Data Factory ist der Reifeprozess deutlich spürbar. Statt ständig neuer Konzepte steht die Härtung bestehender Patterns im Vordergrund. Copy Jobs entwickeln sich zur ersten Wahl für viele Integrationsszenarien, insbesondere in Kombination mit Change Data Capture.


Neu hinzugekommene Funktionen wie native Unterstützung für zusätzliche Quellsysteme oder vereinfachte Transformationen reduzieren den Bedarf an selbstgebauten Notebooks. Zudem bleibt die Möglichkeit bestehen, komplexe Logik dort umzusetzen, wo sie wirklich gebraucht wird.


Ein wichtiger Schritt ist die bessere Integration von Identitäten und Connections. Notebooks und Pipelines können mit definierten Verbindungen arbeiten, ohne Credentials zu verstecken oder zu duplizieren. Das ist unscheinbar, aber essenziell für produktiven Betrieb und CI/CD.


In Summe wird Data Factory damit nicht mächtiger, sondern verlässlicher. Genau das ist es, was viele Projekte bislang vermisst haben.


CI/CD und Variablen: der Weg zur wartbaren Plattform

Mit wachsender Professionalität steigt auch der Anspruch an Deployment-Prozesse. Fabric adressiert das zunehmend durch klarere CI/CD-Bausteine. Besonders hervorzuheben ist die Variable Library, die Konfigurationswerte zentral verwaltbar macht.


Statt Parameter über Skripte, Namen oder Umgebungen zu verteilen, lassen sich Variablen und sogar Referenzen auf konkrete Fabric-Objekte definieren. Das reduziert Fehler, vereinfacht Deployments und macht Pipelines robuster gegenüber Änderungen.


Gerade in Kombination mit PBIR und Git-Integration entsteht hier ein konsistentes Bild: Entwicklung, Test und Produktion werden nicht mehr als Sonderfälle behandelt, sondern als Teil eines durchgängigen Lebenszyklus. CI/CD in Fabric ist noch nicht fertig, aber es ist endlich auf einem Weg, der auch in größeren Organisationen realistisch nutzbar ist.


KI, Ontologien und Agents: weniger Hype, mehr Kontext

KI ist auch 2026 ein dominantes Thema, aber im Fabric-Kontext verschiebt sich der Fokus. Statt isolierter Chat-Funktionen geht es zunehmend um Kontext, Struktur und Wiederverwendbarkeit.


Mit Fabric IQ und Ontologien entsteht eine zusätzliche Schicht über den Daten. Sie bildet Fachbegriffe, Beziehungen und implizites Wissen ab, das in klassischen Modellen oft fehlt. Das Ziel ist nicht, Datenmodelle zu ersetzen, sondern sie zu ergänzen – insbesondere für agentische Szenarien. Data Agents und Copilot-Integrationen profitieren genau davon. Ein Agent ist nur so gut wie sein Verständnis der Domäne. Ontologien schaffen hier eine Grundlage, die wiederverwendbar und erweiterbar ist, statt jedes Szenario neu zu definieren.


Diese Funktionen sind noch früh, aber strategisch. Sie zielen nicht auf kurzfristige Effekte, sondern auf eine langfristige Nutzung von KI im Unternehmenskontext.


Fazit: was dieses Quartal über die Zukunft von Fabric verrät

Die Neuerungen rund um Microsoft Fabric im ersten Quarterly 2026 zeigen vor allem eines: Die Plattform wird erwachsen. Power BI löst sich schrittweise vom reinen Desktop-Denken, Fabric konsolidiert Governance, Security und Integration, und KI wird stärker als unterstützende Schicht verstanden – nicht als Ersatz für saubere Architektur.


Für die Praxis bedeutet das: Wer heute in Fabric investiert, sollte weniger auf einzelne Features schauen und mehr auf das Gesamtbild. Mirroring, OneLake Security, PBIR, Variable Library und Data Factory greifen zunehmend ineinander. Das sorgt für klarere Prozesse, vereinfacht Betrieb und schafft Raum für echte Innovation.


Fabric ist damit nicht fertig, aber klar positioniert. Es ist keine Spielwiese mehr, sondern eine Plattform, auf der sich belastbare Daten- und Analytics-Landschaften aufbauen lassen. Genau das macht dieses Quarterly relevant – nicht wegen einzelner Ankündigungen, sondern wegen der Richtung, die erkennbar wird.

Der nächste sinnvolle Schritt

Power BI entfaltet seinen Nutzen erst dann vollständig, wenn Dashboards sauber aufgebaut, Datenmodelle durchdacht und Kennzahlen klar definiert sind.Genau diese Grundlagen entscheiden darüber, ob Berichte genutzt oder ignoriert werden.


Wenn du Power BI strukturiert aufsetzen oder bestehende Lösungen verbessern willst, unterstützen wir dich mit:


So wird aus einem funktionierenden Bericht eine belastbare Analytics-Lösung.

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