Power BI Update Januar 2026
- Artur König

- 22. Jan.
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 5 Tagen
Das Power BI Update Januar 2026 wirkt auf den ersten Blick wie ein sauberer Feinschliff an der Oberfläche. Wenn du genauer hinschaust, steckt aber genau die Sorte Änderungen drin, die plötzlich Folgen haben: für Prozesse, Governance und die Art, wie ihr Reports entwickelt und ausrollt.
Das Power BI Update Januar 2026 in einem Satz:
Januar 2026 bringt Copilot stärker in den Arbeitsfluss, verabschiedet sich spürbar von Q&A, normalisiert das Verhalten von Tabellen und Matrizen – und schiebt PBIR Richtung Standardformat, mit Konsequenzen für DevOps und den gesamten Lebenszyklus von Reports.
Wir gehen die wichtigsten Punkte durch – nicht als Feature-Abhakliste, sondern entlang von drei Fragen: Was ändert sich wirklich? Wen betrifft es? Und was solltest du daraus ableiten?
Allgemein: Zwei Ansagen, die du nicht ignorieren solltest
Power BI Q&A wird abgekündigt (Dezember 2026)
Q&A (das klassische Natural-Language-Feature) wird im Dezember 2026 deprecated/retired. Microsoft sagt ziemlich klar: künftig ist Copilot die Schiene für „frag deine Daten in natürlicher Sprache“.
Was viele übersehen: Es geht nicht nur um „Q&A-Visual im Bericht“. Betroffen sind auch Dashboards, Mobile (Virtual Analyst) und Embedded-Szenarien – plus die ganze „Q&A Setup“-Toolbox (Synonyme, Teach Q&A, Review Questions etc.).
Was du jetzt tun solltest
Inventar: Wo nutzt ihr Q&A wirklich (Reports, Dashboards, Embedded, Mobile)?
Übergang planen: Copilot-/„Chat with your data“-Pfad klären, inkl. Lizenzen/Capacities/Policies
SSRS SharePoint Report Viewer Web Part
Wenn ihr on-prem paginated Reports per SharePoint Web Part einbettet: Der Support endet am 13. April 2026, der Download bleibt, aber es gibt dann keine Updates mehr.
Was du jetzt tun solltest
Prüfen, ob dies bei euch noch im Einsatz ist.
Alternativen durchdenken (z. B. andere Einbettung/Distribution) – nicht erst im April.
Copilot & AI: weniger Spielzeug, mehr Workflow
Mobile: Report/Semantic Model als Referenz an Copilot-Chat „anhängen“
In der mobilen App kannst du Copilot gezielt Kontext liefern, indem du einen Report oder ein Semantic Model als Referenz an den Chat anhängst. Copilot muss dann nicht länger raten, worüber du sprichst.
Warum das wichtig ist: Das ist der Unterschied zwischen „AI generiert irgendwas“ und „AI arbeitet in deinem Kontext“. Genau da wird Copilot im Alltag brauchbar.
„Prepped for AI“ heißt jetzt „Approved for Copilot“
Microsoft benennt das Setting um – und koppelt es an Verhalten im Copilot-Erlebnis. Konkret: „Approved for Copilot“ beeinflusst u. a. Friction Treatment, kann per Admin so geschaltet werden, dass nur „approved“ Items auftauchen, und Models werden in der Copilot-Suche „boosted“.
Praxis-Übersetzung: Das ist die Stelle, an der aus Copilot ausprobieren ein betreibbares Feature wird: Governance, die entscheidet, was Copilot darf – und was nicht.
Standalone Copilot direkt auf „Home“
Copilot bekommt einen eigenen Einstieg auf der Power BI Home-Seite – erscheint automatisch, wenn Standalone Copilot vom Tenant Admin enabled ist und du gültige Copilot Capacity hast.
Reporting & UX: das Update, das du im Alltag spürst
Field Parameters: Persist hierarchy level als Report-Setting
Field Parameters merken sich seit Juli 2025 bei Matrizen den Expand/Collapse-Zustand. Das löst ein echtes Usability-Problem – aber nicht jeder mochte das neue Verhalten. Deshalb gibt es jetzt ein Report-Level Setting, mit dem man das Verhalten vor Juli 2025 wieder herstellen kannst: Persist hierarchy level an/aus. Microsoft beschreibt auch genau, wo du es findest (Desktop: Current File → Report settings → Field Parameters).
Das ist keine reine Kosmetik. Wenn ihr in Teams arbeitet, ist das ein Kandidat für einen Standard, damit Reports sich konsistent anfühlen.
Format Pane: zwei kleine Verbesserungen, die viel Nerven sparen
Microsoft liefert zwei Anpassungen, die man schnell überliest – bis man sie einmal hatte:
Color Picker: bessere Anzeige der aktiven Theme-Farbe, schneller Reset, Back-Button von Custom zu Theme.
Granular Reset: Du kannst Formatierungen jetzt feiner zurücksetzen – bis auf Gruppenebene, nicht nur alles“ oder „ganze Sektion.
Das sind scheinbar kleine Komfortverbesserungen – zusammen sorgen sie aber dafür, dass Reports konsistenter entstehen und sich Änderungen sauberer nachvollziehen lassen.
Azure Maps: Markers statt generischer Punkte
Die Azure Maps Visual bekommt Markers: Icons oder eigene Bilder, dynamische Größen (z. B. nach Sales/Volumen), Farben/Transparenz und unterschiedliche Icons pro Kategorie. Microsoft nennt einige Use Cases (Logistik, Utilities/Operations) und zeigt, wie Marker mit anderen Layern zusammenspielen.
Wenn du Karten bisher gemieden hast, weil sie schnell „dekorativ“ wirkten: Markers sind ein Schritt Richtung „das ist wirklich Information“.
Modern Visual Tooltips sind GA – und bekommen mehr Interaktion
Modern Visual Tooltips sind nun verfügbar und bringen zwei Dinge, die in der Praxis zählen:
Actions Footer: Drill down/up/through direkt aus dem Tooltip, ohne Rechtsklick und ohne Visual Header Icons.
Theme-Styling: Tooltips folgen automatisch dem Report-Theme, bleiben aber anpassbar.
Für neue Reports sind Styling und Actions Footer default aktiv; bei bestehenden Reports bleibt das Verhalten erhalten, und du kannst den Footer über das Format Pane steuern.
Tabellen & Matrizen: Default Column Sizing wird wieder „nach Inhalt“
Hier steckt wahrscheinlich der größte Alltagsgewinn. In früheren Releases wurden Spalten in Tables/Matrices standardmäßig auf die verfügbare Breite aufgezogen. Das führte oft zu Layouts, die zu viel Raum verschenken und sich instabil anfühlen.
Ab diesem Release gilt für neu erstellte Reports wieder: Spaltenbreite ist default content-basiert. Manuelles Sizing und „Grow to Fit“ bleiben möglich, aber die Standard-Logik ist wieder kompakter und vorhersehbarer.
Modeling: Web-Editing wird robuster, Global-Standards konkreter
Damit ist die Grundlage sichtbar, aber noch nicht stabil genug für Power BI. Der nächste Schritt ist der wichtigste Qualitätshebel: Geometrien reparieren, bevor du weiterarbeitest.
Semantic Models im Service bearbeiten: Incremental Refresh ist jetzt unterstützt
Editing Semantic Models im Service ist bereits GA; neu ist hier: Modelle mit Incremental Refresh können jetzt im Service geöffnet/bearbeitet werden – die frühere Einschränkung fällt weg.
Microsoft nennt aber weiterhin klare Grenzen:
IR-Modelle können nicht als PBIX heruntergeladen werden,
im Web-Editing gibt es keinen Power Query Editor.
Das ist wichtig, damit du intern keine falschen Erwartungen setzt („können wir dann alles im Browser machen?“ – nein, nicht alles).
Developers & DevOps: PBIR wird Default
PBIR (Power BI Enhanced Report Format) wird im Service per Rollout bis Ende Februar 2026 als Default aktiviert; ab dem März 2026 Desktop-Release wird PBIR auch in Desktop default.
Zwei Details sind entscheidend:
PBIX verschwindet nicht. Microsoft sagt klar: PBIR steckt im PBIX, und für Leute, die weiterhin PBIX nutzen, bleibt das Erlebnis erhalten.
PBIR bleibt zunächst Preview – ist aber der letzte Schritt vor GA. Microsoft nennt GA-Planung für Q3 2026 (Roadmap) und sagt: Wenn PBIR GA ist, wird es das einzige unterstützte Report-Format; PBIR-Legacy fällt dann weg, und Reports werden automatisch konvertiert.
Wenn du DevOps/Source Control ernst meinst, ist das keine Fußnote. Das ist der Weg zu „Reports as Code“ – mit allen Konsequenzen: Repo-Struktur, Review-Prozess, Namenskonventionen, Diff-Noise, Ownership.
Power BI Report Server
Der Report Server Januar 2026 bringt u. a. Reporting-Verbesserungen wie Auto-Expand (Matrix/Table Columns), Card Visual und Button Slicer als GA sowie Performance Analyzer im Web-Editing – plus Updates bei Partner-Visuals.
Was du aus dem Update mitnehmen solltest:
Für Admins / Governance
Q&A-Nutzung finden und Ablösepfad festlegen (Deadline: Dez 2026).
„Approved for Copilot“ als Prozess definieren: Wer markiert Modelle, nach welchen Kriterien?
PBIR-Rollout bewusst begleiten (Kommunikation, Opt-out nur mit Begründung).
Für Report-Builder
Persist hierarchy level bewusst entscheiden (Team-Standard).
Modern Tooltips prüfen: Wo bringt Actions Footer Mehrwert, wo lenkt er ab?
Tabellen/Matrizen in neuen Reports: Column Sizing Default im Blick behalten.
Für BI-Engineering / DevOps
PBIR/PBIP-Workflow sauberziehen (Repo-Struktur, Review, Deployment).
Web-Editing im Service mit IR-Modellen: klare Regeln, was im Browser geändert werden darf (und was nicht).
Der nächste sinnvolle Schritt
Power BI entfaltet seinen Nutzen erst dann vollständig, wenn Dashboards sauber aufgebaut, Datenmodelle durchdacht und Kennzahlen klar definiert sind.Genau diese Grundlagen entscheiden darüber, ob Berichte genutzt oder ignoriert werden.
Wenn du Power BI strukturiert aufsetzen oder bestehende Lösungen verbessern willst, unterstützen wir dich mit:
Power BI Training – für einen sauberen, praxisnahen Einstieg
Power BI Coaching – für konkrete Herausforderungen in Modellen, DAX oder Performance
Data Strategy Check – um eure Analytics-Organisation ganzheitlich einzuordnen
So wird aus einem funktionierenden Bericht eine belastbare Analytics-Lösung.


