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Vibe Coding in Power BI

Vibe Coding Power BI klingt nach einer verlockenden Abkürzung: Anforderungen per Prompt beschreiben, DAX-Vorschläge erhalten, SQL-Abfragen generieren lassen und aus ersten Ideen schnell ein Dashboard bauen. Was aus der Softwareentwicklung bekannt ist, erreicht damit auch Reporting, Controlling und Analytics.


Für Power-BI-Teams ist das spannend. Fachbereiche können Anforderungen schneller formulieren. BI-Entwickler bekommen Unterstützung bei DAX, Power Query, SQL oder Dokumentation. Erste Report-Ideen entstehen schneller, ohne direkt in lange Abstimmungsrunden zu gehen.


Der kritische Punkt: Ein schneller Power-BI-Prototyp ist noch keine belastbare BI-Lösung. Vibe Coding kann den Einstieg beschleunigen. Ob Zahlen stimmen, Kennzahlen sauber definiert sind und Reports wirklich entscheidungsfähig werden, hängt weiterhin von Datenlogik, Modellierung, Governance und fachlichem Review ab.


Vibe Coding in Power BI

Was Vibe Coding in Power BI praktisch bedeutet

Vibe Coding heißt im Power-BI-Kontext nicht, dass eine komplette BI-Landschaft per Prompt entsteht. Es bedeutet eher: Nutzer beschreiben, was sie brauchen, und KI liefert Vorschläge für die Umsetzung. Das können DAX-Measures, Power-Query-Schritte, SQL-Abfragen, Report-Strukturen, Dokumentationen oder Analysepfade sein.


Dabei gibt es zwei Arten von Tools. Einige sitzen direkt im Microsoft-Ökosystem, etwa Power BI Copilot oder Copilot in Microsoft Fabric. Andere werden ergänzend genutzt, zum Beispiel ChatGPT, Claude, GitHub Copilot, VS Code, Tabular Editor oder DAX Studio.


Power BI Copilot kann in Power BI unter anderem bei Berichten, Datenfragen, semantischen Modellen und DAX-nahen Aufgaben unterstützen. Microsoft beschreibt Copilot innerhalb von Power-BI-Berichten und semantischen Modellen als Unterstützung für Business User und Report Creator, etwa für Fragen zu Daten, Berichtserstellung und Modellverbesserung.  Gleichzeitig gilt: Solche Werkzeuge liefern Vorschläge. Die fachliche Verantwortung bleibt beim Unternehmen.


Welche Tools lassen sich mit Power BI und Vibe Coding verbinden?

Power BI Copilot ist der naheliegendste Einstieg, weil er direkt in Power BI arbeitet. Er kann bei Berichtsideen, Fragen an Daten, Zusammenfassungen und semantischen Modellen unterstützen. Der Nutzen hängt stark davon ab, ob das zugrundeliegende Modell verständlich, gepflegt und fachlich sauber vorbereitet ist.


ChatGPT, Claude oder ähnliche KI-Assistenten eignen sich für indirekte Vibe-Coding-Workflows. Nutzer können DAX, SQL, M-Code, Tabellenstrukturen, Fehlermeldungen oder Anforderungstexte einfügen und daraus Entwürfe, Erklärungen oder Varianten erzeugen. ChatGPT kann Daten untersuchen, Tabellen und Diagramme erstellen sowie codebasierte Analysen erklären; für Power BI bleibt aber wichtig, keine sensiblen Daten unkontrolliert in externe Tools zu geben.


GitHub Copilot in VS Code wird interessant, wenn Power-BI-Projekte stärker dateibasiert entwickelt werden. Power BI Desktop unterstützt mit PBIP eine Projektstruktur, in der semantische Modellmetadaten als TMDL-Dateien bearbeitet werden können; Microsoft beschreibt, dass TMDL-Metadaten im /definition-Ordner mit VS Code oder anderen externen Tools bearbeitet werden können.  In solchen Setups kann GitHub Copilot bei TMDL, Skripten, Dokumentation oder Automatisierung unterstützen.


Tabular Editor und DAX Studio sind keine klassischen KI-Tools, aber sehr relevant im Vibe-Coding-Workflow. Sie helfen, semantische Modelle, Measures und DAX-Abfragen professioneller zu prüfen. In Kombination mit KI-Assistenten lassen sich DAX-Logik, Modellmetadaten und Dokumentation schneller verstehen oder refaktorieren.


Microsoft Fabric Copilot in Notebooks passt, wenn Datenaufbereitung, Data Engineering oder Data Science näher an Power BI rücken. Microsoft beschreibt Fabric Copilot in Notebooks als Unterstützung für Codevorschläge, Erklärungen, Troubleshooting und Arbeit mit Lakehouses, Workspace-Tabellen, Dateien und Dataframes.  Damit wird Vibe Coding nicht nur ein Reporting-Thema, sondern auch ein Thema für Datenpipelines und analytische Plattformen.


Tool-Governance: Nicht jedes KI-Tool gehört an jede Datenquelle

Bevor Teams losprompten, braucht es eine einfache, aber klare Regel: Welche KI-Tools dürfen mit welchen Daten genutzt werden? Gerade bei externen Assistenten wie ChatGPT, Claude oder anderen Web-Tools sollten keine sensiblen Unternehmensdaten, personenbezogenen Daten, vertraulichen Kennzahlenlogiken oder Kundendaten ungeprüft eingegeben werden.


Für produktive BI-Szenarien sollten Unternehmen unterscheiden zwischen öffentlichen Beispielprompts, anonymisierten Strukturinformationen, internen Entwicklungsdaten und sensiblen Echtdaten. Auch Rollen, Lizenzen, Speicherorte, Tenant-Einstellungen und Datenschutzvereinbarungen spielen eine Rolle. Vibe Coding ist erst dann professionell, wenn nicht nur die Prompts besser werden, sondern auch der Umgang mit Daten, Rechten und Verantwortung geklärt ist.


Vibe Coding in Power BI: Vom Prompt zum geprüften Report

Vibe Coding wird in Power BI dann nützlich, wenn KI nicht als Abkürzung zur fertigen BI-Lösung verstanden wird, sondern als Startpunkt für bessere Entwürfe. Der Prompt liefert erste Ideen für DAX, SQL, Power Query, Reports oder Analysefragen – belastbar werden diese Ergebnisse aber erst durch fachliches Review, saubere Modellierung und klare Freigabe.

Vibe Coding in Power BI - der bessere Ablauf

Kurz gesagt: Vibe Coding bringt Tempo in Power BI, aber der Mehrwert entsteht erst durch den richtigen Prozess. Wer KI-Entwürfe systematisch prüft, fachlich einordnet und sauber in das Power-BI-Modell überführt, bekommt nicht nur schnellere Ergebnisse – sondern auch Reports, denen Teams wirklich vertrauen können.


Praxisbeispiel 1: Ein Vertriebsdashboard entsteht per Prompt

Ein Vertriebsteam möchte verstehen, warum der Umsatz in bestimmten Regionen sinkt. Bisher wäre daraus oft ein Anforderungstermin mit vielen offenen Punkten entstanden: Welche Kennzahlen, welche Zeiträume, welche Produkte, welche Kundensegmente? Mit Vibe Coding kann der Einstieg konkreter werden, weil die erste Dashboard-Struktur bereits vor dem Workshop skizziert wird. Das ersetzt keine Konzeption, macht die Diskussion aber schneller und greifbarer.


Prompt: „Erstelle eine Struktur für ein Power-BI-Dashboard, das Umsatzrückgänge nach Region, Produktgruppe und Kundensegment analysiert. Berücksichtige Umsatz, Marge, Vorjahresvergleich und Top-Kunden mit negativem Trend.“


Das Ergebnis kann nützlich sein. Die KI schlägt vielleicht eine Management Summary, eine regionale Entwicklung, eine Produktanalyse und eine Kundenliste vor. Dazu passende Visuals: Liniendiagramm für Umsatztrend, Matrix für Region und Produktgruppe, Waterfall für Veränderungstreiber und Detailtabelle für auffällige Kunden.


Gute Nutzung: Vibe Coding für Dashboard-Ideen und Anforderungsaufnahme.

Risiko: Die KI weiß nicht automatisch, ob Umsatz nach Rechnungsdatum oder Auftragsdatum betrachtet werden soll. Sie kennt nicht die interne Margenlogik und weiß nicht, ob bestimmte Kundengruppen ausgeschlossen werden müssen.


Praxisbeispiel 2: DAX per Prompt – aktive Kunden berechnen

DAX ist wahrscheinlich der häufigste Einstieg in Vibe Coding mit Power BI. Viele Nutzer lassen sich Measures erklären, verbessern oder neu erstellen, weil die Hürde für DAX gerade in Fachbereichen hoch ist. KI kann hier sehr hilfreich sein, wenn sie als Sparringspartner genutzt wird. Gefährlich wird es, wenn ein generiertes Measure ohne fachliche Definition und Review produktiv geht.


Prompt: „Schreibe ein DAX-Measure für aktive Kunden im aktuellen Monat.“

Die KI könnte ein Measure erzeugen, das Kunden zählt, die im aktuellen Monat mindestens eine Bestellung hatten. Das sieht plausibel aus und funktioniert möglicherweise technisch. Das Problem dabei ist, dass „Aktive Kunden“ keine technische Frage ist , sondern eine fachliche Definition.


Besserer Prompt: „Erstelle ein DAX-Measure für aktive Kunden. Ein Kunde gilt als aktiv, wenn er im ausgewählten Zeitraum mindestens eine fakturierte Bestellung mit Nettoumsatz größer 0 hatte. Stornos sollen ausgeschlossen werden. Die Berechnung soll über das Rechnungsdatum der Datumstabelle laufen.“


Das ist deutlich brauchbarer. Aber auch dann muss das Measure geprüft werden. Stimmen die Beziehungen? Ist die Datumstabelle korrekt? Gibt es mehrere Datumslogiken? Funktioniert die Berechnung auf Monats-, Quartals- und Jahresebene?


Wenn Teams regelmäßig an solchen Fragen hängen, geht es selten nur um eine einzelne Formel. Dann geht es um gemeinsame Kennzahlenlogik, DAX-Review und Modellierungsstandards. Genau dort lohnt es sich, Power BI gezielt zu verbessern, statt jedes Measure einzeln zu reparieren.


Praxisbeispiel 3: SQL und Power Query schneller vorbereiten

Viele Power-BI-Projekte scheitern nicht am Visual, sondern an der Datenvorbereitung. Tabellen müssen verbunden, Spalten bereinigt, Datumslogiken vereinheitlicht und Quellsystemdaten verständlich gemacht werden. Vibe Coding kann hier helfen, schneller zu einem ersten Transformationsentwurf zu kommen. Der Entwurf ist aber nur dann wertvoll, wenn Datenquelle, Granularität und Geschäftslogik geprüft werden.


Prompt: „Schreibe eine Power-Query-Transformation, die eine Auftragstabelle mit einer Kundentabelle verbindet, ungültige Kundennummern entfernt und das Bestelldatum in Jahr, Monat und Quartal aufteilt.“


Prompt: „Erzeuge eine SQL-Abfrage, die Umsatz nach Monat, Region und Produktgruppe aggregiert. Berücksichtige nur fakturierte Aufträge und schließe Stornos aus.“


Solche Vorschläge können hilfreich sein, besonders bei wiederkehrenden Mustern. Sie sparen Zeit beim Start, beim Lernen oder beim Refactoring. Die Gefahr liegt aber in der scheinbaren Eindeutigkeit.


Was bedeutet ungültige Kundennummer? Welche Stornoarten müssen ausgeschlossen werden? Sind Gutschriften negative Umsatzzeilen oder eigene Belegtypen? Wird nach Auftragsdatum, Lieferdatum oder Rechnungsdatum aggregiert? Gibt es mehrere Produktgruppenhierarchien?

Technisch korrekter Code kann fachlich falsch sein. Vibe Coding beschleunigt die Umsetzung, aber die Datenlogik muss aus dem Unternehmen kommen.


Praxisbeispiel 4: Ein Management-Report als Prototyp

Management-Reports sind oft politischer und fachlicher als sie auf den ersten Blick wirken. Es geht nicht nur um ein schönes Layout, sondern um Priorisierung: Welche Kennzahl führt, welche Abweichung zählt, welche Sicht gehört auf Seite eins? Vibe Coding kann helfen, diese Strukturfragen früher sichtbar zu machen. Das ist besonders wertvoll, bevor BI-Teams Zeit in technische Umsetzung investieren.


Prompt: „Skizziere einen Power-BI-Management-Report für einen monatlichen CFO-Review. Zielgruppe ist die Geschäftsführung. Enthalten sein sollen Umsatz, Marge, Auftragseingang, Forecast-Abweichung und Working Capital. Der Report soll maximal drei Seiten haben.“


Das Ergebnis kann eine gute Struktur liefern: Executive Summary, Umsatz- und Margenentwicklung, Forecast-Abweichungen, Working-Capital-Sicht. Dazu Vorschläge für KPI-Karten, Trenddiagramme, Abweichungsanalyse und Kommentarfelder.


Trotzdem gilt: Ein Management-Report ist kein Designproblem allein. Die Visuals können gut aussehen, während Forecast-Logik, Planversionen, Währungsumrechnung oder Periodenabgrenzung ungeklärt sind. Wenn ein Prototyp zu schnell in Regelmeetings landet, wird aus einem Entwurf eine ungeprüfte Entscheidungsgrundlage.


Für Unternehmen, die solche Reporting-Landschaften stabiler aufbauen wollen, ist es sinnvoll, Reporting-Landschaften sauber zu entwickeln, statt immer neue Prototypen auf unsicherer Grundlage zu produzieren.


Praxisbeispiel 5: Bestehende Measures erklären und dokumentieren

In vielen Power-BI-Landschaften gibt es Measures, die niemand mehr gerne anfasst. Sie funktionieren irgendwie, sind aber lang, verschachtelt und kaum dokumentiert. Vibe Coding kann hier sehr konkret helfen: nicht indem es die Logik automatisch richtig macht, sondern indem es Struktur in unübersichtliche Berechnungen bringt. Das ist besonders nützlich für Onboarding, Refactoring und Wissenstransfer.


Prompt: „Erkläre dieses DAX-Measure verständlich für einen BI-Entwickler. Beschreibe, welche Filter gesetzt werden, welche Tabellen verwendet werden und welche fachliche Logik vermutlich dahintersteht.“


Das kann helfen, Altlogik schneller zu verstehen. Die KI kann Struktur schaffen, Kommentare vorschlagen und mögliche Problemstellen markieren. Auch für Onboarding und Wissenstransfer ist das nützlich.


Aber die Formulierung vermutlich ist entscheidend. Die KI kann DAX analysieren, aber sie kennt nicht automatisch die fachliche Historie. Vielleicht wurde ein Filter eingebaut, weil es vor zwei Jahren einen Sonderfall gab. Vielleicht ist ein Workaround nicht mehr nötig. Vielleicht ist das Measure fachlich überholt. KI kann Dokumentation vorbereiten. Sie kann Verantwortung nicht ersetzen.


Praxisbeispiel 6: Projekte mit PBIP, TMDL und VS Code bearbeiten

Vibe Coding wird besonders interessant, wenn Power BI nicht mehr nur über die grafische Oberfläche bearbeitet wird. Mit Power BI Projects lassen sich Berichte und semantische Modelle dateibasiert strukturieren. Über TMDL können Modellmetadaten als Text bearbeitet werden, zum Beispiel in VS Code oder anderen externen Tools. Das öffnet Power-BI-Entwicklung für Workflows, die stärker an Softwareentwicklung erinnern.


Prompt: „Prüfe diese TMDL-Datei auf uneinheitliche Measure-Namen, fehlende Beschreibungen und mögliche Kandidaten für Display Folders. Schlage eine konsistente Struktur für ein Vertriebsmodell vor.“


Das ist ein anderer Vibe-Coding-Anwendungsfall als ein schneller Dashboard-Prompt. Hier geht es nicht um die Oberfläche, sondern um Modellpflege, Standards und Automatisierung. Gerade größere BI-Teams können davon profitieren, weil Änderungen transparenter, versionierbarer und reviewfähiger werden.


Das Risiko dabei ist klar: Wer Modellmetadaten per KI ändern lässt, kann auch schneller strukturellen Schaden anrichten. Deshalb gehören solche Workflows in professionelle Entwicklungsprozesse mit Versionierung, Review und klarer Trennung zwischen Entwicklung, Test und Produktion.


Praxisbeispiel 7: Fachbereiche entwickeln bessere Analysefragen

Nicht jedes Vibe-Coding-Szenario muss direkt in Code enden. Manchmal ist der größte Nutzen, dass Fachbereiche bessere Fragen stellen. Gerade bei explorativer Analyse fehlt am Anfang oft nicht das Tool, sondern eine brauchbare Hypothese. KI kann helfen, Analysepfade zu strukturieren, bevor ein Report gebaut wird.


Prompt: „Welche Analysen könnten helfen, sinkende Marge im Produktbereich Maschinenbau zu erklären?“


Die KI könnte Analysepfade vorschlagen: Preisentwicklung, Rabattquote, Materialkosten, Produktmix, Kundensegmente, Auftragsgrößen, Region, Vertriebsweg oder Lieferzeiten. Das ist wertvoll, weil es den Blick öffnet und Fachbereiche schneller in eine strukturierte Analyse bringt.


In Power BI kann daraus eine explorative Seite entstehen: Filter für Produktgruppe, Kunde und Zeitraum, Visuals für Marge und Umsatz, Drilldowns auf Aufträge, Vergleich zu Vorjahr oder Budget.


Der Nutzen liegt nicht darin, dass KI die Antwort liefert. Der Nutzen liegt darin, bessere Hypothesen zu entwickeln. Vibe Coding kann Analysearbeit vorbereiten, aber die Interpretation bleibt fachlich.


Was diese Beispiele gemeinsam haben

Die Beispiele zeigen: Vibe Coding ist in Power BI besonders stark am Anfang eines Arbeitsprozesses. Es hilft beim Formulieren, Strukturieren, Entwerfen und Verstehen. Es ist schwächer dort, wo verbindliche fachliche Entscheidungen getroffen werden müssen.


Daraus ergibt sich eine einfache Regel: KI darf Entwürfe beschleunigen. Fachliche Definition, Modelllogik und Freigabe müssen beim Unternehmen bleiben.


Genau deshalb verschwindet das semantische Modell nicht. Es wird zur Grundlage, auf der KI-Vorschläge überhaupt sinnvoll prüfbar werden. Wenn Tabellen kryptisch heißen, Measures doppelt existieren, Datumslogiken unklar sind und zentrale Kennzahlen fehlen, erzeugt KI schneller Vorschläge – aber nicht automatisch bessere.


Risiken und bessere Nutzung von Vibe Coding in Power BI

Vibe Coding ist in Power BI vor allem dann wertvoll, wenn KI als Sparringspartner für Entwürfe, Varianten und Erklärungen genutzt wird. Riskant wird es, wenn Vorschläge ungeprüft in produktive Reports, zentrale Measures oder Datenmodelle übernommen werden. Die folgende Übersicht zeigt typische Praxisfälle – und wo jeweils die Grenze zwischen sinnvoller Beschleunigung und fachlichem Risiko liegt.

Praxisfall

Gute Nutzung

Risiko bei falscher Nutzung

DAX per Prompt

Entwurf, Erklärung, Variantenvergleich

falsche KPI-Logik wird produktiv genutzt

SQL / Power Query

schneller Start für Transformationen

falsche Joins, falsche Filter, falsche Granularität

Report-Prototyping

bessere Anforderungsdiskussion

Prototyp wird ungeprüft zum Management-Report

Dokumentation

Measures und Modelle schneller erklären

schlechte Modelle werden nur schöner beschrieben

PBIP / TMDL / VS Code

Modellpflege, Standards, Reviewfähigkeit

KI ändert Modellmetadaten ohne Kontrolle

Explorative Analyse

bessere Hypothesen und Analysepfade

KI-Vorschläge werden als Wahrheit interpretiert

Copilot / KI-Assistenten

Unterstützung auf geprüften Modellen

Vertrauen in Antworten ohne Modell- und Datenprüfung

Diese Übersicht zeigt: Vibe Coding ist nicht grundsätzlich riskant. Riskant ist der falsche Umgang damit. Wer KI als Sparringspartner nutzt, gewinnt Geschwindigkeit. Wer KI als Wahrheitsmaschine behandelt, baut BI-Risiken ein.


Governance: Wann wird aus einem Entwurf ein offizieller Report?

Mit Vibe Coding entstehen mehr Entwürfe. Deshalb braucht es klarere Regeln, wann ein Entwurf produktiv werden darf. Die zentrale Frage lautet: Ab wann ist ein Report offiziell? Nicht jeder Prototyp darf in Meetings, Entscheidungen oder Regelprozesse wandern. Unternehmen brauchen klare Unterscheidungen zwischen Experiment, Arbeitsversion und freigegebenem Report.


Sinnvolle Fragen sind:

  • Welche semantischen Modelle gelten als offizielle Grundlage?

  • Wer darf zentrale Measures ändern?

  • Wer prüft KI-generierte DAX-, SQL- oder TMDL-Logik?

  • Welche Reports sind zertifiziert oder freigegeben?

  • Welche Workspaces sind für Experimente gedacht?

  • Wann wird ein Prototyp produktiv?

  • Wie werden unterschiedliche KPI-Definitionen entschieden?

  • Welche KI-Tools dürfen mit welchen Daten genutzt werden?


Governance bremst Vibe Coding nicht aus. Governance verhindert, dass schnelle Entwürfe zu schnellen Fehlern werden.


Wo Microsoft Fabric ins Spiel kommt

Wenn Vibe Coding nur für einzelne DAX-Formeln oder Report-Ideen genutzt wird, bleibt das Thema in Power BI. Sobald Unternehmen aber Datenintegration, Lakehouse, Warehouse, OneLake, Direct Lake, semantische Modelle und Governance zusammendenken, wird es zur Plattformfrage.


Microsoft Fabric kann helfen, Daten, Engineering, semantische Modelle und Power BI enger zusammenzuführen. Fabric Copilot in Notebooks zeigt, dass KI-Unterstützung nicht nur auf Reports begrenzt ist, sondern auch Datenaufbereitung, Code, Troubleshooting und Data-Engineering-Prozesse betrifft.


Trotzdem gilt: Fabric löst keine unklaren Kennzahlen, keine schlechten Datenmodelle und keine fehlenden Verantwortlichkeiten. Eine moderne Datenplattform mit Fabric bringt nur dann echten Nutzen, wenn Use Cases, Datenlogik, Governance und BI-Nutzung zusammenpassen.


Wenn unklar ist, ob das eigentliche Problem im Tooling, im Datenmodell, in der Governance oder in der Priorisierung liegt, hilft meist zuerst eine Standortbestimmung. Dann geht es darum, Klarheit über die nächsten Data-Schritte zu gewinnen, bevor neue KI- oder Plattforminitiativen gestartet werden.

Fazit: Vibe Coding stärkt Power BI – wenn die Basis stimmt

Vibe Coding kann Power-BI-Arbeit deutlich verbessern. Es hilft bei DAX-Entwürfen, SQL- und Power-Query-Logik, Report-Prototypen, Dokumentation, PBIP-/TMDL-Workflows und explorativer Analyse. Für Fachbereiche und BI-Teams kann das ein echter Produktivitätsschub sein.


Aber die Qualität entsteht nicht im Prompt allein. Sie entsteht dort, wo fachliche Definitionen, Datenmodell, Measures, Governance und Review zusammenkommen. KI kann Vorschläge erzeugen. Unternehmen müssen entscheiden, welche davon fachlich richtig, technisch tragfähig und offiziell nutzbar sind.


Ein Review lohnt sich besonders, wenn bereits KI-Tools für DAX, SQL, Power Query oder Prototyping genutzt werden, viele lokale Measures im Umlauf sind, mehrere Reports unterschiedliche KPI-Werte zeigen oder unklar ist, welche semantischen Modelle offiziell sind. Dann geht es nicht um mehr Kontrolle um der Kontrolle willen, sondern um belastbare Grundlagen für schnellere BI-Arbeit.


Die bessere Frage lautet deshalb nicht: „Wie schnell können wir mit KI ein Dashboard bauen?“ Die bessere Frage lautet: „Welche Power-BI-Arbeit kann KI beschleunigen – und welche Qualitätssicherung brauchen wir dafür?“


Wer Vibe Coding, Copilot oder andere KI-Assistenten in Power BI sinnvoll nutzen möchte, sollte mit konkreten Anwendungsfällen starten: DAX-Review, Prototyping, Dokumentation, Anforderungsaufnahme oder PBIP-/TMDL-Workflows. Danach braucht es den Blick auf die Grundlage: Datenmodell, Measures, Namenslogik, Governance und Verantwortlichkeiten.

Power-BI-Modell gemeinsam prüfen ist dafür der naheliegende nächste Schritt.

Der nächste sinnvolle Schritt

Wenn ihr Vibe Coding, Copilot oder andere KI-Assistenten bereits für DAX, SQL, Power Query, Prototyping oder Dokumentation nutzt, ist ein strukturierter Power-BI-Review oft der sinnvollste nächste Schritt. Wir prüfen mit euch, ob Datenmodell, Measures, Namenslogik, Governance und Review-Prozesse zur geplanten KI-Nutzung passen – und wo schnelle Entwürfe noch sauber in belastbare BI überführt werden müssen.


Wenn du Power BI strukturiert aufsetzen oder bestehende Lösungen verbessern willst, unterstützen wir dich mit:


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